Der Sportparksee in Bremen-Nord

 

Allgemeines: Der Sportparksee im Nordbremer Ortsteil Grambke wurde vor einigen Jahren ausgehoben und war bis 2004 als Baustelle komplett gesperrt. Dennoch wurde zu diesem Zeitpunkt schon seit längerem nicht mehr gebaggert und das Leben im und am See begann sich zu entfalten (leider begannen auch umgehend Badegäste die Ufer und den See selbst mit Abfall zu verschmutzen).
Der Sommer 2005 war die erste Badesaison am See. Eine DLRG-Station war nun in betrieb, es wurden Wege angelegt, Fahrradständer aufgebaut, Mülleimer, Toiletten, kleine Kioske und ein großer Parkplatz standen nun zur Verfügung. Am Sandstrand in der Badebucht wurden ein gesicherter Nichtschwimmerbereich eingerichtet und Beach-Volleyballnetze aufgestellt.

Man erreicht den See über die A 27, Abfahrt Burg-Grambke. Bei der ersten Ampel nach der Autobahnabfahrt hält man sich links, vorbei an einem großen Gartencenter bei einer weiteren Ampel nochmals links. Einige hundert Meter weiter sieht man dann auf der linken Seite ein Schild zum Sportparksee, auch der weitere Weg zum Parkplatz ist ausgeschildert.
Man parkt am besten möglichst dicht vor der kleinen Holzbrücke auf dem Parkplatz hinter den Sportanlagen (vom vorderen Parkplatz erreicht man nur die Ruderstrecke und kann sich hier im Sommer bei gleich bleibenden Tiefen von drei bis vier Metern kaum durch die Wasserpflanzen kämpfen). Über die Holzbrücke zur Badebucht sind es einige Schritte. Von hier aus taucht man in geringer Tiefe Richtung Buchtmitte und gelangt dann an eine Kante von etwa drei auf sechs Meter. Hier kann man sich meistens ganz gut einen Weg durch den Pflanzendschungel bahnen. Man kann in beide Richtungen tauchen. Meistens sieht man in Richtung DLRG-Station mehr Fisch, aber die Sicht ist auch schlechter wenn zuvor Badebetrieb herrschte.
Grundsätzlich sollte man die Badebucht ohnehin meiden wenn hier gebadet wird. An den Wochenenden sollte man dann morgens hier tauchen, oder auch nachts. Wenn es nicht gerade besonders kann man hier immer gut tauchen.

Ich wohne nur etwa fünf Minuten vom See entfernt und fülle gerne Tauchflaschen, wenn Bedarf bestehen sollte. Natürlich muss das vorher abgesprochen werden. Auch kann man sich gerne an mich wenden wenn man weitere Fragen zum Tauchen hier hat und wenn es zeitlich passt begleite ich auch gerne Tauchgänge!

Der See: Der See verfügt über eine gute, oder sogar sehr gute Wasserqualität. Der Pflanzenbewuchs ist absolut grandios (gute drei bis vier Meter hoch wachsen die verschiedenen Pflanzen und bilden einen echten Unterwasserdschungel), die Sichtweiten liegen für Norddeutsche Verhältnisse im oberen Bereich mit durchschnittlich mindestens 3 bis 5 Metern, der Fischreichtum ist bereits beeindruckend, die Wassertiefen sind nicht gewaltig, aber auf 10 meter zu gelangen ist durchaus ohne Probleme möglich (allerdings gibt es hier kaum etwas zu sehen!) und die Unterwasserlandschaft ist teilweise spannend, besonders dort wo Sand- und Lehmwände vom Ufer gebrochen sind und nun in großen Brocken auf dem Seegrund ruhen.
Auf dem See sieht man verschiedene Enten und Blässhühner, Graugänse, Haubentaucher, Kormorane, Schwäne, usw. und an den Ufern profitieren Graureiher vom Fischreichtum.

Tauchen: Das Gewässer ist für Taucher derzeit nur im Bereich der Badebucht und Ruderstrecke gut zugänglich. Die Badebucht ist, meiner Meinung nach, auch der beste Tauchplatz, da weite Bereiche des Sees deutlich flacher sind und keine klare Uferlinie bieten der man unter Wasser folgen könnte.
Wie schon geschrieben kann man in der Bucht in beide Richtungen tauchen. Etwas schöner ist es, meiner Meinung nach, wenn man das Ufer rechts von sich lässt und Richtung DLRG-Station taucht. Hier trifft man auf die erwähnten Uferbruchstücke, bewachsen mit schwämmen und einige Sandwälle, welche abflachend in Richtung Seemitte verlaufen. Im Bewuchs kann man nach Hechten suchen, welche es eigentlich reichlich gibt. Am tage sind sie jedoch oft nur schwer auszumachen, nachts hingegen sieht man innerhalb einer Stunde meistens mehr als 10 stück, dazu kleine Barsche, Steinbeißer, Plötzen und Garnelen, Fischegel  und Schnecken - Aale soll es auch vereinzelt geben, aber ich habe noch keine gesehen.
Linkerhand geht es etwas steiler abwärts und wenn man sich etwas vom Ufer entfernt kommt man auf Tiefen von etwa 10 Metern (sicherlich auch mehr wenn man weiter schwimmt, jedoch gibt es hier nur Schlammboden zu sehen). Von dieser Tiefe kann man bei guter Sicht (meistens Mai/Juni und Oktober noch klar die Wellen an der Oberfläche erkennen).

Die gegenüberliegende Seeseite lässt sich derzeit nicht mit dem Auto erreichen. Hier wäre der Einstieg theoretisch an mehreren Stellen möglich, wobei der hintere Teil des Sees mittlerweile als Ruhezone für Vögel mit einer Bojenkette abgegrenzt wurde. Da geplant ist die Ruderstrecke im See auf internationale Länge zu erweitern, müsste aber dann ohnehin auch wieder dieser Gewässerteil dem Sport zugänglich gemacht werden, bzw. der See sogar noch in diesem Bereich vergrößert werden. Ich habe auf der Rückseite einige Tauchgänge an verschiedenen Stellen gemacht, dabei aber eigentlich nichts gesehen was es nicht auch in der Badebucht gibt. Die Orientierung ist allgemein etwas schwieriger, da es unter Wasser kaum klare Uferböschung gibt und man sich am besten mit dem Kompass durch die pflanzen wühlt. Hier gibt es wohl mehr Steinbeißer, was daran liegen könnte das der Boden schlammiger ist als in der Badebucht. Auch Plötzen konnte ich hier häufiger beobachten, was allerdings auch Zufall gewesen sein kann. Die Badebucht ist "landschaftlich" deutlich interessanter und bequemer zu betauchen.
Eine Bitte an alle die hier nun tauchen möchten: Die beschriebenen Uferbruchstücke sind teilweise noch sehr kantig und teilweise spitz zulaufend. Da sie ja nur aus Sand und Lehm bestehen ist es klar das sie bei Berührung, besonders aber wenn man mit den Flossen darauf rumwedelt, nach und nach zu einem langweiligen Sandhaufen zerfallen werden und überwuchern. Das wird ohnehin passieren, wenn in einigen Jahren regelmäßig Taucher dieses Gewässer aufsuchen, jedoch kann man es ja möglichst lange rauszögern wenn alle etwas Abstand halten und besonders auf ihre Tarierung achten!

                                                  

Sonstiges: Wirklich klare Regelungen zum Tauchen hier sind mir nicht bekannt. Ich gehe davon aus das sie identisch mit denen für andere bremische Gewässer sind, in denen das Tauchen erlaubt, bzw. geduldet ist. Derzeit wird man noch sehr selten auf andere Taucher treffen, was sich jedoch ändern dürfte. Falls die Gewässergüte nachhaltig, wie oben beschrieben, erhalten bleiben sollte und möglicherweise noch die Artenvielfalt im Wasser zunimmt, so wäre der See in Bremen die erste Adresse für Taucher. Auch im näheren Umland gibt es kein frei zugängliches Gewässer mit vergleichbarer Sicht und ähnlich spektakulärem Bewuchs!
Ich habe gehört das an dem see auch spezielle Einstiege für Taucher ausgewiesen werden sollen, auch die Ruderstrecke ist derzeit noch nicht in Betrieb. Neben Badegästen nutzen auch Surfer schon recht regelmäßig den See, in der abgetrennten Badebucht muss man sich deshalb aber keine großen Gedanken machen.

Wie ich schon geschrieben habe, weiß ich letztlich nicht genau wie es um die derzeitigen Bestimmungen steht. Die Polizei hat mich bisher nur freundlich gefragt was es in dem See so zu sehen gibt und auch sonst hat noch niemand gemeckert. Trotzdem möchte ich noch ausdrücklich darauf hinweisen das sich jeder, der auf Nummer sicher gehen will, vorher noch bei offizieller Stelle erkundigen sollte was erlaubt ist, bzw. was nur stillschweigend geduldet wird.
Außerdem ist es natürlich immer am Besten niemanden zu belästigen. Angefangen mit ordentlichem Parken, sollte man hier nicht tauchen wenn der Strand voll mit Badegästen ist, keine Uferzonen platt trampeln und keinen Müll liegen lassen - versteht sich ja eigentlich alles von selbst, scheint aber einzelnen doch immer mal wieder zu entfallen!

Fotos von oben nach unten (alle Fotos Sven Gust 2005/2006):

See von der Rückseite her betrachtet und Unterwasserimpression.
Steinbeißer - Ein seltener Fisch, der im See regelmäßig nachts zu beobachten ist.
Hecht im Dickicht und eine Schlammschnecke.
Kleine Hecht sieht man sehr häufig.
Taucher über dem Pflanzenbewuchs und ein Schwarm junger Barsche.
Barsch bei einem Nachttauchgang und eine Wasserpflanze.
Schlammschnecke und hoch aufragender Pflanzenbewuchs.
Hecht mit Fischegel.
Schwanenfamilie mit Jungen und ein Blick über die Badebucht.

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