

Einen Blick in die Unterwasserwelt des Nordens werfen, ohne dabei nass zu werden. Fische die man ansonsten nicht zu Gesicht bekommt weil sie selten sind, oder gewöhnlich vor Tauchern flüchten bevor man sie überhaupt sieht. In Hirtshals, an der Spitze der dänischen Halbinsel Jütland, findet man das Nordseemuseum. Hier kann man einen ganzen Tag lang die Unterwasserwelt der Nordsee, des Skagerraks, des Kattegats und des Nordostatlantiks trockenen Fußes erforschen.


Die Hauptattraktionen sind
zweifellos das riesige, 4,5 Millionen Liter fassende, Seewasseraquarium und das
ebenfalls recht große Robbenbecken. Somit finde ich die Bezeichnung Museum
eigentlich etwas
irreführend, denn die präparierten Ausstellungsstücke sind doch eher
schmückendes und informatives Beiwerk. Und der etwas trockene, muffige
Charakter, den man oft unweigerlich mit einem Museum verbindet, fehlt hier
völlig.
1998 eröffnet, zerstörte ein Feuer 2003
einen großen Teil des Gebäudes und tötete unter anderem den großem Mondfisch,
welcher bis dahin besonders beliebt bei den Besuchern war. Seither schwimmt kein
Mondfisch mehr im Aquarium. Anmerkung: Aktuell schwimmt ein neuer
Mondfisch im Aquarium. Er wurde im Sommer 2007 aus Spanien nach Dänemark
gebracht!
Heute ist
alles wieder aufgebaut und ein Besuch ist allen, die sich für das marine Leben
im Norden Europas interessieren nur zu empfehlen. Hierzu zählen natürlich auch
Taucher und Angler und sie wird natürlich besonders das riesige Aquarium mit
einer Grundfläche von 22 x 33 Meter und einer Wassertiefe von 8 Metern anlocken.
Hier ziehen Schwarmfische wie Makrele und Hornhecht ihre Bahnen. Dorn- und
Hundshai kann man beobachten, ebenso wie Conger, Knurrhahn und viele andere
Meeresfische.


Aber auch das
800.000 Liter fassende Robbenbecken, in dem Seehunde und Kegelrobben zu sehen
sind, sowie die verschiedenen Themenbecken sind sehr interessant. Auch hier gibt es
ausnahmslos Meeresbewohner zu sehen, die auch in der direkt anliegenden Nordsee,
mehr oder weniger häufig, vertreten sind. Klar das auch das Wasser in den Becken
direkt aus dem Meer entnommen wird (natürlich muss es aber zuvor noch ein
Filtersystem durchlaufen, ansonsten könnte man wohl nur im Winter das komplette
Aquarium durchblicken!).
Natürlich sollte man sich auch die Zeit nehmen alle
Exponate anzuschauen, beispielsweise die Nachbildungen von einem Zwergwal, einem
Riesenhai und vieler anderer Meeresbewohner. Es gibt ein Becken mit winzigen
Rochen zu sehen, Themenbecken mit Anemonen, Krebstieren und verschiedenen
Fischen.
Vieles ist auch speziell für Kinder anschaulich, spannend und
informativ dargestellt. Und wenn ein Taucher zweimal täglich in das große
Aquarium steigt um die Fische zu füttern, sollte man sich das nicht entgehen
lassen. Nicht nur
die Schwarmfische umkreisen dann den Taucher, sondern sogar Grundhaie und
Plattfische steigen vom Sandboden auf um ihren Teil zu ergattern. Nicht
weniger lebhaft geht es natürlich auch bei der Robbenfütterung zu.



Fütterung im riesigen Seewasseraquarium: Makrelen, Hornhechte und Meerbrassen umschwärmen den Taucher. Ein winziger Rochen in einem der Themenbecken. Darunter: Von der Tribüne aus kann man sich das Schauspiel ansehen, dazu gibt es allerhand Informationen. Rechts: Sten beobachtet vorbeischwimmende Makrelen.




Nicht nur Fische,
auch Seesterne, Anemonen, Krebstiere und Seeigel lassen sich in den
verschiedenen Themenbecken finden. Alles ist zu greifen nahe!
Darunter
rechts: Die Eier des Katzenhais sind bei entsprechender Beleuchtung aufgehängt
worden, so kann man sehen wie sich die Embryos im Inneren entwickeln.



Insgesamt sind wir der Meinung das sich der nicht ganz billige Eintritt durchaus lohnt. In der Hochsaison und an Feiertagen ist es dort sicherlich häufig ziemlich voll. Wie schon gesagt sollte man sich genügend Zeit nehmen, dann wird es sicherlich ein sehr schöner und spannender Unterwasserausflug - Für Taucher ebenso wie für Nichttaucher!
Mehr Informationen: http://www.nordsoemuseet.dk