
DER HECHT
Er ist einer der bekanntesten Fische überhaupt. Er kommt in den alten Legenden der nordamerikanischen Indianer vor und bewacht den Schatz der Nibelungen. Heute ist er einer der wichtigsten Hauptdarsteller in den wilden Geschichten, die unter Anglern die Runde machen - Auch bekannt als Anglerlatein. Er ist einer der größten und gefräßigsten Fische, die unsere heimischen Gewässer beherbergen. Er ist meistens fast perfekt getarnt und oft schwimmt man wenige Meter an ihm vorbei, ohne es zu merken!

Für
Fotografen stellt der Hecht (Esox lucius) ebenfalls eines der beliebtesten
Motive dar, vor allem weil er oft weit weniger scheu ist als die meisten anderen
Fischarten im heimischen Süßwasser. Der Hecht steht, grün-golden gemasert, dicht über dem Boden im
üppigen Pflanzenbewuchs. Die scharfen Jägeraugen beobachten alles in der Umgebung. Nur
die Kiemen und die runden Brustflossen bewegen sich gleichmäßig und zeigen das
Leben in dem Raubfisch steckt.
Er wartet
auf den richtigen Moment! In dem Moment in dem sich ein unvorsichtiger Fisch dem
Versteck nähert wird er blitzartig hervor schießen, sein großes, schnabelartiges
Maul aufreißen und zupacken. Das messerscharfe Revolvergebiss, ähnlich dem eines
Hais mit vielen Reihen unzähliger Zähne besetzt, schließt sich und lässt der
Beute nur in seltenen Fällen eine Chance zur Flucht. Zur Beute zählen bei weitem
nicht nur andere Fische, die sogar annähernd die Größe des Jägers selbst haben dürfen
(darunter auch mit Vorliebe andere Artgenossen!), sondern auch junge Enten,
Mäuse, Ratten, Frösche, Schlangen und alles sonst was sich ins Wasser wagt und
fressbar erscheint.


Hechte
werden normalerweise etwa zwischen einem und 1,2 Meter lang. In Deutschland
sollen in den größeren Seen, vor allem im Bodensee, aber auch Exemplare bis zu
1,5 Metern Länge leben. Noch größere Hechte soll es in Polen geben und auch in
Skandinavien gibt es riesige Exemplare. In Nordamerika gibt es zudem verwandte
Arten (sie unterscheiden sich eher von der Musterung, als von Farbe und Form)
die noch etwas größer werden können!
Vermutlich
kann der Hecht 30 bis 40 Jahre alt werden, wenn er nicht zuvor von einem
Artgenossen, oder einem Angler verspeist wird. Die Fische passen sich in ihrer
eigenen Körpergröße allerdings auch der Gewässergröße und dem Futterangebot an,
d.h. es kann in kleineren See, oder nährstoffarmen Gewässern, durchaus sehr alte
Hechte von eher durchschnittlicher Größe geben.



Jäger und Gejagter: Junger Hecht mit erbeutetem Barsch, von einem Artgenossen (oder Kormoran) schwer verletzt und von einem Fischegel am Auge befallen.
Hechte stehen immer dort wo sie Deckung finden in ihrem eigenen Revier. Hierbei können sie auch durchaus die eigene Körperfarbe zu einem gewissen Grad der Umgebung anpassen. Bevorzugte Standorte sind Schilfgürtel, Seerosenfelder, versunkene Bäume und dichter Laichkrautbewuchs. Dort lauern sie auf Beute, die sie mit ihren scharfen Augen erspähen. In trüben, strömenden Gewässern wechseln die Hechte dann aber auch notgedrungen die Strategie und jagen mit Hilfe des empfindlichen Seitenlinienorgans freischwimmend nach Beute. Auch können sie dann durchaus ihren Geruchssinn einsetzen und tote Beute aufspüren – an Anpassungsfähigkeit mangelt es offensichtlich also nicht! Deshalb ist der Hecht auch weit verbreitet und kann in klaren Gebirgsseen genauso überleben wie in den ausgesüßten Bereichen der Ostsee, den großen Strömen Norddeutschlands bis hinein in den brackigen Mündungsbereich des Wattenmeeres und im kleinen Feuerlöschteich auf dem Dorf.


Die Hechte
laichen im Frühjahr, wenn möglich bevorzugt auf überschwemmten Wiesen. Die
exakte Zeit des Ablaichens richtet sich nach den Temperaturen und liegt
gewöhnlich zwischen März und Mai. Die Männchen sind meistens deutlich kleiner
als die Weibchen und so kommt es nicht selten vor das die Partner sich nach der
Hochzeit gegenseitig verspeisen. Bevor das Laichgeschäft erledigt ist hält eine biologische
Fressbremse allerdings hiervon ab und verhindert so das sichere Aussterben der
Art.
Ein Glück für uns Taucher, denn sicherlich möchten nur wenige in ihrem
Hausgewässer auf ihn verzichten. Es ist nämlich nicht nur spannend dem Hecht zu
begegnen, sondern er fungiert auch als "Wasserschutzpolizei", frisst kranke
Fische und verhindert so das Ausbreiten von Seuchen, mindert den
Friedfischbestand und sorgt so für eine gesunde Fauna und eine gute
Wasserqualität!

