
Photogallery is comming, soon!
Mit der Nikon D300 in der Ostsee - Sonne, Seehasen und Steinbutt auf Fehmarn

Wohin kann man für ein
verlängertes Wochenende? Möglichst nicht zu weit weg, einige Tauchgänge sollten
möglich sein und das Ganze muss bezahlbar bleiben.
Um Fehmarn hatte ich
schon einige Jahre nicht mehr getaucht, die Spots aber eigentlich in ganz
positiver Erinnerung was Sicht und Tierleben anbelangt. Gut, Tiefenjäger sind
hier ganz falsch und auch ich war lange am überlegen ob ich nicht lieber doch
eine Wracktour an dem Wochenende machen soll - allerdings erschien mir dies dann
doch als die weit weniger geeignete Variante um auch einmal ordentlich Zeit und
Ruhe zu haben mich mit meiner neuen Kameraausrüstung auseinanderzusetzen. Wenn
Nullzeit, Strömung und schlechte Sicht gegen einen sind, bleibt kaum die nötige
Muße um verschiedene Kameraeinstellungen durchzutesten, Korrekturen vorzunehmen,
Fehler zu analysieren und zu versuchen das Kameraequipment kennen und verstehen
zu lernen.

Ganz Oben: Die
"Sonneninsel" machte ihrem Namen alle Ehre. Hier Waldblumen aus ungewöhnlicher
Perspektive. Ich habe die Kamera mit dem Weitwinkelobjektiv fast in den Boden
gedrückt und nach oben mit dem kamerainternen Blitz fotografiert. Die Blüten
sind Teilweise kaum einen Zentimeter vom Objektiv entfernt.
Oben: Vielen ist
Fehmarn vielleicht eher als "Transitinsel" bekannt. Von hier verkehrt die
Vogelfluglinie im Pendelverkehr und verbindet Deutschland mit den dänischen
Inseln und der skandinavischen Halbinsel.
Unten: Die Brücke über den
Fehmarnsund. Hier findet man einige spannende Tauchplätze, sollte aber Strömung
und Schiffsverkehr beachten.

Also sollte es eine
entspannte Zeit auf Fehmarn mit einigen ebenso entspannten Tauchgängen werden
und das Wetter hätte auch besser kaum sein können: SONNE! Nicht unbedingt
selbstverständlich im April, aber auf der Sonneninsel Fehmarn auch nicht ganz
ungewöhnlich. Der leichte Wind ermöglichte es an vielen Stellen zu
tauchen, wobei ich allerdings einige Tauchgänge bei wenig guter Sicht hatte,
nachdem ich unterschätzte wie viel Sediment doch ein leichter Seegang bei diesen
geringen Wassertiefen aufzuwirbeln vermag! Die vom Wind abgewandte Seite der
Insel ist definitiv auch bei leichtem Wellengang zu bevorzugen.
Ich tauchte an
der Westküste beim NABU-Vogelschutzgebiet und war weniger überzeugt von der
Unterwasserlandschaft, ganz anders hingegen beim Klassiker Katharinenhof und
etwas nördlich bei Gahlendorf, wo große Findlinge spannende Akzente auf dem
sandigen und steinigen Boden setzen. Den Fehmarnsund erlebte ich als weit
weniger anspruchsvoll als erwartet, die leichte Strömung stelle bei meinen
Tauchgängen hier kein Problem dar..... eher die Tatsache, dass ich mit einen
Einstieg ausgesucht hatte (östlich der Brücke beim Badestrand) an dem man erst
eine ganze Weile bei einem bis zwei Metern rumschnorchelte bis es abwärts ging.

Also an schönen
Tauchplätzen mangelte es nicht und auch die Sichtweiten lagen bei vier bis etwa
zehn Metern. Wassertemperaturen zwischen sieben und zehn Grad machten die gut
einstündigen Tauchgänge zwar noch immer frisch, aber nicht kalt.... eigentlich
passte alles!
Wäre da nicht die Tatsache das ich ja auch noch versuche Fotos
bei meinen Tauchgängen aufzunehmen, so könnte ich diesen kleinen Bericht hier
nun eigentlich beenden. Aber mit dem entspannten Tauchen war es ja in diesem
Fall nicht getan! Ich wollte ja auch noch Fotomotive finden und diese dann auch
noch möglichst vernünftig ablichten. Seehase und Steinbutt stand ganz oben auf
meiner Wunschliste.
Leider konnte ich nur einen Seehasen im Sund finden,
dieser war dafür aber besonders kräftig gefärbt und trotz hohem Ausschuss wegen
falscher Kamera- und Blitzeinstellungen blieben am Ende doch einige nette Fotos
übrig. Aber dafür konnte ich gleich zwei der perfekt getarnten Steinbutts
entdecken. Ein richtig großes Exemplar im Sund auf etwa zehn Metern Tiefe als
ich gerade mit dem Fisheye-Objektiv unterwegs war und ein kleineres bei
Gahlendorf als das Makro aufgesetzt war - Perfekt!

Erstes
Unterwasserfoto oben: Ein großer Steinbutt flüchtet im Fehmarnsund über eine
Miesmuschelbank, nachdem ich ihm mit der Kamera doch zu nahe gekommen bin.
Oben: Ein prächtiges Seehasenmännchen konnte ich dann doch vor die Linse
bekommen. Die Kamera bringt hier bei ISO 640 und schwachem Aufhellblitz im
Nahbereich ein gutes Ergebnis, welches schön den Fisch in seiner Umgebung zeigt.
Leider hatte ich bei dieser Fotoserie auch hohen Ausschuss.
Nachdem ich bereits
Blenden- und Zeitautomatik an der Kamera ausprobiert hatte (und oft mit den
Ergebnissen nicht wirklich zufrieden war) arbeitete ich nun mehr und mehr mit
manuellen Einstellungen, wie ich es auch von meiner letzten Kamera gewöhnt war.
Und es klappte: Im Makro-Bereich konnte ich endlich Ergebnisse erzielen, die ich
völlig okay fand - teilweise wurden meine Erwartungen sogar übertroffen!
Im
Weitwinkel-Bereich kämpfe ich noch immer mit der Frage warum viele Aufnahmen
unscharf werden, bzw. wie ich die Schärfe im Bild dort hin bekommen, wo ich sie
haben will. Da ich gern mit dem Fisheye im Ultranahbereich bis wenige Zentimeter
vor dem Dome arbeite bleibt es mir nicht erspart mich hiermit noch intensiver
auseinanderzusetzen.

Makros: Oben
eine kleine Seenadel mit starkem Blitz und fast geschlossener Blende
aufgenommen. Der kleine und schlanke Fisch war sehr agil und machte es nicht
leicht so dicht heranzukommen. Da fast keine Wellenbewegung vorhanden war,
konnte ich eine Serie guter Ergebnisse mit manuellen Einstellungen erreichen.
Unten eine Kristallgrundel, die ungewöhnlich furchtlos war. Der sonst so scheue
Fisch erlaubte mir einige seltene Aufnahmen zu machen. Die heimische Ostsee
bietet eindeutig mehr als nur Flunder, Dorsch und Seeskorpion!
Darunter noch
ein Unterwasserfoto: Bei meiner zweiten Begegnung mit einem (kleineren)
Steinbutt konnte das 105er Makro mal zeigen was es kann. Das Auge des gierigen
und gut getarnten Räubers späht normalerweise ständig nach einem unvorsichtigen
Fisch.

Auch über Wasser experimentierte ich mit der Kamera herum und probierte auch das recht günstige 400mm Teleobjektiv von Tammron aus, welches ich mir für die Naturfotografie zugelegt hatte. An Motiven mangelte es nicht: Möwen, Enten, Gänse, Austernfischer, Fasane, usw. schienen der Jahreszeit und dem Wetter entsprechend besonders "zutraulich". Lediglich das Objektiv vermochte mich so gar nicht zu begeistern, auch im direkten Vergleich mit einen 300mm von Sigma, welches ich an der Canon EOS 350D benutze, schnitt mein Neuerwerb nicht gerade berauschend ab. Schärfe, Kontrast und ganz einfach die Qualität der Bilder war nicht so wie ich es mir wünschen würde - aber ich bin natürlich auch nicht unbedingt professionell bei den Tests vorgegangen, deshalb soweit nur mein oberflächlicher Eindruck dazu!

Zusammengefasst bin ich ein
ganzes Stück weiter mit der Nikon und hatte tolle Tauchgänge und einige schöne
Tage auf Fehmarn. Ich kann die Insel unbedingt für solch ein verlängertes
Wochenende empfehlen, denn neben der Tatsache das man recht preiswerte
Unterkünfte finden kann, besticht auch die Tatsache das es viel zu sehen gibt
und man bei fast jeder Windrichtung immer einige schöne Tauchplätze geschützt
findet. Taucht man vom Strand aus, so wird man sich meistens auf Tiefen zwischen
drei und sechs Metern aufhalten. Tagsüber mag es auf den ersten Blick so
erscheinen als gebe es kaum Tierleben zu sehen, aber das kann täuschen. Kleine
Seenadeln, Garnelen, Kristallgrundeln, Schnecken, Becherquallen, usw. konnte ich
auf meinen Tauchgängen oft erst auf den zweiten Blick entdecken.
Größere
Fische waren seltener anzutreffen, hier lässt sich wohl am ehesten der Sund
empfehlen. Als Makrorevier waren die Tauchplätzen an der Ostküste erstklassig
geeignet. Zwischen und nach den Tauchgängen konnte man an allen Plätzen die
Sonne ausgiebig genießen. Etwas Vorsicht war übrigens auch an den meisten
Einstiegen bezüglich Anglern und Sportbooten angebracht. Ich merkte bei einem
Tauchgang erst wie dicht ich bereits wieder an der Küste war als ein ordentlich
beköderter Angelhaken direkt vor mir auftauchte!

Diese Möwe
genießt ganz offensichtlich auch die ersten richtig warmen Tage des Jahres.
Aufgenommen am Südstrand vor den "Bettenbunkern" abends mit der Canon EOS 350D
und 300 mm Tele. Da nur noch wenig licht war musste ich in einen recht hohen
ISO-Bereich gehen.
Unten: Nach dem Tauchgang doch etwas ausgekühlt, aber die
Sonne wärmte immer schnell wieder auf. Auf dem Foto wirkt die Kameraausrüstung
irgendwie kleiner als als bei der Arbeit damit unter Wasser ;-)
