Photogallery is comming, soon!

Lehrgeld - Mein Umstieg von Kompakt auf Spiegelreflex

Klar, die Erwartungshaltung ist groß wenn man von einer - zugegeben recht aufgerüsteten - Kompakten auf eine der besten Spiegelreflexkameras umsteigt! Schon alleine wenn man die Investitionen für die beiden Ausrüstungen miteinander vergleicht müssten ja die Fotos mit der SLR um ein vielfaches "besser" sein als mit der Kompaktkamera.
Konkreter gesagt bin ich von der Olympus C7070 (einer wirklich tollen Kompakten, mit recht wenigen Schwächen!) mit verschiedenen Vorsatzlinsen von Inon und zwei externen Sklavenblitzen von Reefmaster auf eine Nikon D300 im Sea&Sea Gehäuse und (erstmal) mit einem Sea&Sea YS-250 umgestiegen. Dazu mussten natürlich auch die passenden Objektive (Nikkor 10,5 mm als Weitwinkel, 16-85 als Standard-Zoom und 105 Makro) und Ports angeschafft werden, was die Sache nicht günstiger machte. Zweifellos ist das ganze eine Investition, die man nicht mal eben so macht und die auch mich einige Überwindung gekostet hat!

    

Oben: Die Ausrüstung ist eigentlich bequem zu handhaben. Über Wasser bringt sie natürlich einige Kilos auf die Wage, aber von den Abmessungen her habe ich es mir schlimmer vorgestellt. Oben rechts und darunter kann man die extrem geringe Schärfentiefe sehen, bei dem Krötenauge (gefunden habe ich das Tierchen in sechs Metern Tiefe) finde ich das eigentlich recht effektvoll, bei den beiden Schlammschnecken hätte ich mir mehr Schärfentiefe gewünscht.

Nun also hatte ich mich mit der Ausrüstung grundlegend vertraut gemacht und es gibt für mich nur eine Methode um herauszufinden was ich nun damit alles anstellen kann: Versuch und Irrtum. Dementsprechend darf ich mich eigentlich auch nicht wirklich beschweren, wenn dann die ersten Ergebnisse hinter den (zu hohen) Erwartungen zurückbleiben.
Zudem haben mir andere Unterwasserfotografen ganz ähnliches von ihren Kompakt-SLR Umstiegen berichtet und ich war mir sicher keine Ausnahme zu bilden und die normalen Anlaufschwierigkeiten einfach so zu überspringen.

Als erstes wagte ich mich an einen Tauchgang im Baggersee mit dem Makro. Erstmal muss man sich natürlich an die Technik gewöhnen. Das Fokus Gear von Sea&Sea funktioniert am Nikkor 105 wunderbar und die Funktionen am Gehäuse lassen sich auch gut bedienen, jedoch bin ich mit der Blendenautomatik erstmal auf die Nase gefallen. Ich hatte den Blitz recht schwach eingestellt und mit Diffuser ausgestattet - erschien mir so angemessen und auf dem Display sahen die Aufnahmen nicht schlecht aus. Was mir erst einmal, ob der vielen neuen Technik und Möglichkeiten, völlig entgangen war: Die Kamera wählte bei 1/250 Sek. voreingestellter Belichtungszeit und dem kleinsten ISO Wert von 200 viel zu große Blenden (3-5). Somit war die Schärfentiefe extrem gering. Dies ist zwar auch sehr effektvoll, ich hätte es mir aber für den Anfang erst einmal schärfer gewünscht!
Weitere Tests mit der Zeitautomatik und vorher eingestellter kleiner Blende (22-32) stehen noch aus.

  

Keine Probleme mit Mischlicht: Sowohl in extrem geringer Tiefe, als auch auf "guter Tauchtiefe" gestaltet die Blendenautomatik sicher das Bild und vermeidet einen zu dunklen (oder zu hellen) Hintergrund. Fast luxuriös kamen mir nicht nur diese Automatikfunktionen sondern auch die kurzen Reaktionszeiten von Blitz und Kamera vor.

Für Tests mit dem 10,5 mm Fisheye erschien mir Hemmoor besser geeignet als der Baggersee um die Ecke. Da ich die Möglichkeit hatte an zwei Wochentagen bei wenig Betrieb und bestem Wetter zu tauchen, möchte ich nicht behaupten das die Gegebenheit schlecht gewesen wären.
Voller Elan machte ich mich zuerst an eine Serie "Halb-halb". Leider stellte die Kamera hier permanent auf Tröpfchen, oder einfach nur die Wasserlinie am Domeport scharf. Ein Problem für das es mit Sicherheit ein Lösung gibt, die ich aber erstmal noch finden muss. Manuell fokussieren kann ich jedenfalls auf dem herkömmlichen Wege mit diesem Objektiv nicht.

Abteilung Schnappschuss: Zwei Rücksichtsvolle Taucher tauchen ab und geben mir die Chance noch in Ruhe einige Schüsse zu machen. Hier posieren geradezu eine stattliche Regenbogenforelle (oben) und ein Seesaibling für die Kamera. Man bedenke das die Aufnahme mit einem Fisheye entstanden ist - Die beiden Salmoniden befanden sich also nur wenige Zentimeter vor der Linse. Diese Aufnahme wäre mit meiner "alten" Ausrüstung wohl kaum etwas geworden!

Bereits als ich noch festen Boden unter den Füßen hatte, konnte ich die vielen großen Regenbogenforellen und sogar einige Saiblinge ausmachen. Dies hob natürlich die Vorfreude auf einige schöne Fotos. Ich benutze den Diffuser um zu vermeiden die reflektierenden Fische zu stark direkt zu blitzen. Ich probierte es nochmals mit der Blendenautomatik, bei Belichtungszeiten von 1/150 bis 1/200 Sekunden und ISO 200 bis 400. Zudem arbeitete ich mit dem Live-view, welches etwas gewöhnungsbedürftig ist: Berührt man den Auslöseknopf, so klappt der Spiegel hoch und gibt das Motiv aufs Display. Drückt man dann nochmals durch, so verschwindet das Bild und die Kamera macht das Foto. Ich denke mal die meisten Profis werden diese Funktion verächtlich meiden, mir aber bietet sie erstmal eine gern angenommene Hilfe beim Umstieg auf die SLR-Fotografie unter Wasser!

Die so erzielten Ergebnisse stellten mich zwar nicht unbedingt zufrieden und einige Male weigerte sich die Kamera schlicht auszulösen (Ich vermute sie hat doch im recht kontrastarmen Unterwasserbereich manchmal Probleme zu fokussieren). Die Anzahl der unscharfen Foto überraschte mich, dies kannte ich von meiner Kompakten kaum - jedenfalls nicht aus dem Weitwinkelbereich!
Wenn ich aber mal ganz ehrlich bin hätte ich diese Vielzahl gebrauchbarer Fotos mit meiner C-7070 nicht hinbekommen, jedenfalls nicht im Mischlichtbereich mit den Sklavenblitzen und den dementsprechend umfangreichen manuellen Einstellungen für jedes einzelne Foto. Auch in größeren Tiefen und mit weniger Licht arbeitete die Kamera souverän und vielleicht liegt auch gerade hier eine ihrer großen Stärken. Die Leistungsgrenzen von Blitz und ISO-Werten musste ich nicht einmal ansatzweise ausreizen und dies macht Freude auf den Einsatz in Norwegen.

Auch über Wasser reizen die vielfältigen Möglichkeiten. Oben macht das 10,5er die Welt mal so richtig rund, sogar am platten Elbstand bei Krautsand.
Darunter ein Weidenkätzchen früh am Morgen. Der Nebel hat sich abgesetzt und ist gefroren. "Schneller Schuss" mit dem 105er, Zeitautomatik und Aufhellblitz.

Auch über Wasser macht die Kamera natürlich Spaß. Mit dem 10,5er lässt sich so mancher Schnappschuss ungewöhnlich umsetzen und auch das 105er Makro macht Lust darauf den Winzlingen im Garten mal auf die Pelle zu rücken.
Zusätzlich habe ich mir nun noch ein recht günstiges 400 mm Teleobjektiv gegönnt und auch für Elch und Adler gewappnet zu sein. Ich hoffe das mir die relevanten Kamerafunktionen schon bald nicht mehr fremd sein werden und das ich, wie auch schon mit meinen beiden vorherigen Ausrüstungen, nach und nach sicherer und routinierter im Umgang werde - Aber das kann nur die Zeit zeigen!

 

Back